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Honduras: Staatliche Unterdrückung gegen friedliche DemonstrantInnen

Honduras: Staatliche Unterdrückung gegen friedliche DemonstrantInnen
jk

Am 20. Oktober organisierte COPINH eine friedliche Demonstration, um Gerechtigkeit im Fall Berta Cáceres einzufordern. Die Situation eskalierte und die Polizei setzte exzessive Gewalt gegen die DemonstrantInnen ein. Über 100 Personen wurden verletzt. PBI zeigt sich besorgt über die Vorkomnisse und fordert die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

Die Demonstration von COPINH (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras) und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen forderte Wahrheit und Gerechtigkeit für die Ermordung von Berta Cáceres (Ex-Koordinatorin von COPINH). Als die DemonstrantInnen, darunter Kinder, ältere Personen, JournalistInnen, aber auch nationale und internationale BeobachterInnen, sich beim Eingang der Staatsanwaltschaft einfanden, um eine spirituelle Zeremonie in Gedenken an Berta Cáceres abzuhalten, eskalierte die Situation. Nach Angaben der Organisatoren, wurden sie von der Polizei aufgefordert, einen Fahrstreifen innerhalb von fünfzehn Minuten freizugeben. Mitglieder der Militärpolizei stationierten sich bereits vor Ablauf der Frist auf beiden Strassenseiten und setzten Tränengas und Wasserwerfer gegen die DemonstrantInnen ein. Zudem wurden einige Personen mit Schlagstöcken und Fusstritten angegriffen.

Recht auf friedliche Demonstration

Der Vorfall ist ein weiteres Beispiel für die sich verschlechternde Situation der MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV) in Honduras. Es gibt seitens der Polizei eine steigende Tendenz bei Protesten und öffentlichen Kundgebungen Gewalt einzusetzen. PBI ruft die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf und empfiehlt:

  • sich öffentlich für die Unterstützung der MRV in Honduras und ihr Recht auf friedlichen Protest auszusprechen
  • bei den zuständigen Institutionen Aufklärung zu den Vorfällen einzufordern und auf eine sofortige, gerechte und gründliche Untersuchung der gewaltsamen Vorfälle zu bestehen
  • den honduranischen Staat und insbesondere die Nationale Kommission für Menschenrechte aufzufordern, sich öffentlich zu den Vorfällen zu äussern und die Arbeit der MenschenrechtsverteidigerInnen anzuerkennen, sowie sie an ihre Pflicht zu erinnern, die Menschenrechte und AktivistInnen zu schützen.

Lesen sie den vollständigen Aufruf von PBI in Spanisch / Englisch.

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