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Indonésie

Indonesien

In Indonesien setzt PBI seit 2015, gemeinsam mit der indonesischen Menschenrechtsorganisation ELSAM, ein Capacity-Development-Programm für MenschenrechtsverteidigerInnen um. In mehrmonatigen Trainings werden AktivistInnen - vorwiegend aus Papua - im Dokumentieren von Menschenrechtsverletzungen und in der Advocacy-Arbeit geschult, sowie Schutzstrategien entwickelt. So werden die MenschenrechtsverteidigerInnen in ihrem Einsatz für die Menschenrechte gestärkt und können die erlernten Fähigkeiten bei den lokalen Organisationen in den Konfliktregionen umsetzen.

Das Projekt im Überblick

  • Standort: Jakarta
  • Team: 3 PBI-Fachpersonen und 2 MitarbeiterInnen von ELSAM
  • Pro Jahr ca. 15 Kurs-TeilnehmerInnen

Lage der Menschenrechte

Die Lage für MenschenrechtsverteidigerInnen in Indonesien ist gefährlich. Insbesondere in Papua, aber auch in anderen Regionen wie Kalimantan oder den Molukken stehen sie grossen Bedrohungen gegenüber. Nach der umstrittenen Angliederung an Indonesien 1963 fordern viele indigene Papuas bis heute politische Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Diese Forderungen werden oft mit Gewalt beantwortet. Indigene Papuas erleben in der indonesischen Gesellschaft zudem häufig Ausgrenzung und Diskriminierung und zur politischen Elite in der Hauptstadt gibt es kaum Bezug.

Papua ist ausserdem ein beliebtes Ziel für internationale Investitionen und wirtschaftliche Grossprojekte. Bei der Etablierung einer Vielzahl von Palmölplantagen kommt es immer wieder zu Verletzungen des Rechts auf Land und von Prinzipien wie dem Free, Prior and Informed Consent (FPIC). In Papua operiert die grösste Gold- und Kupfermine der Welt. Viele Umweltschutz- und MenschenrechtsaktivistInnen beklagen die massiven Umweltschäden, die die Mine auslöst und weisen auf die Verletzung von Menschenrechten im Zuge des Betriebs hin.