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Freiwillige des Monats: Valérie Elsig

Freiwillige des Monats: Valérie Elsig
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Im Rahmen des 40-Jahre-Jubiläums präsentieren wir im Monat Mai Valérie Elsig. Sie war von 2008 bis 2009 in Guatemala und von 2014 bis 2015 in Honduras im Einsatz. Heute engagiert sie sich in der Association Suisse romande weiter für PBI.

Kurzbibliografie

Valérie Elsig war 14 Jahre lang in der klinischen Forschung tätig. Nebenbei engagierte sie sich ehrenamtlich in der alternativen Kulturbranche, im Bereich Fairer Handel und mit PBI für den Schutz der Menschenrechte - zuerst in der Schweiz, dann ab 2008 als Freiwillige in Guatemala. Nach ihrer Rückkehr nahm sie ihre Position am Universitätsspital Lausanne wieder auf, kündete jedoch 2013, um erneut mit PBI in den Einsatz zu gehen, diesmal nach Honduras. 2015 orientierte sie sich beruflich neu, um im Bereich der internationalen Solidarität eine Stelle zu finden. Seit 2016 ist sie bei der Stiftung Sentinelle für die Programme in Burkina Faso verantwortlich.

Was hat dich in deinem Engagement bei PBI am meisten geprägt?

Intern bei PBI natürlich die Teamarbeit im Konsens, die Ergänzungsfähigkeit jeder/s Einzelnen, die Möglichkeit, sich jeden Tag neu zu hinterfragen, die Solidarität... Aber es ist vor allem der Kontakt mit den Verteidiger*innen im Feld, der mich geprägt hat: Ihr Mut und diese besondere Energie, die sie ausstrahlen (Mut, Entschlossenheit und Sinn für das Wesentliche) und die es erlaubt, sich für sie zu engagieren, jede/r nach ihren/seinen Möglichkeiten und auf ihre/seine Weise, ohne Spezialist*innen zu sein, sondern einfach als Menschen, die die gleichen Werte und die Motivation teilen, sich nicht dem Status quo der Ungerechtigkeit und Straflosigkeit zu beugen.

"Es ist ein Privileg, mit den Menschenrechtsverteidiger*innen vor Ort zusammenzuarbeiten, sie eine Zeit lang auf ihrem Weg zu begleiten und an dieser Solidaritätsbewegung teilzuhaben. Bei der Rückkehr bleibt diese Energie auch Jahre später lebendig, ebenso wie das Bedürfnis, sich weiter für ähnliche Anliegen zu engagieren."

Gibt es ein Erlebnis in deinem Einsatz, das du gerne mit uns teilen würdest?

Bei meiner ersten Begleitung in Honduras, als wir in einer abgelegenen Gemeinde ankamen, spürte ich die Erwartung und Bedeutung unserer Anwesenheit. Die Bewohner*innen der Gemeinde, die von den Behörden im Stich gelassen und unterdrückt werden, waren sehr dankbar, dass wir die Reise unternommen hatten, um ihre Versammlung zu beobachten. Die moralische und menschliche Unterstützung, die über eine physische Schutzbegleitung hinausgeht, ist sehr wichtig. Es ist diese Kette der Solidarität, die es den betroffenen Menschenrechtsverteidiger*innen ermöglicht, weiterzumachen. Jede noch so kleine Geste in diese Richtung ermöglicht es den Verteidiger*innen vor Ort, ihre Arbeit zugunsten der Rechte ihrer Gemeinschaften fortzusetzen.

Welchen Ratschlag würdest du zukünftigen Freiwilligen geben?

Nimm dir die Zeit sowohl über deine eigene Motivation und Erwartungen an den Freiwilligeneinsatz nachzudenken, wie auch das Mass an Toleranz und Geduld abzuschätzen, welches dabei auf die Probe gestellt wird. 24 Stunden am Tag in einem Team zu arbeiten und zu leben, stellt neben der anspruchsvollen Arbeit der Schutzbegleitung die grösste Herausforderung im Einsatz dar.

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