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Mexiko: Das schwere Schicksal von JournalistInnen

Mexiko: Das schwere Schicksal von JournalistInnen
TK

Im März 2017 wurden drei JournalistInnen in Mexiko ermordet. Sie sind die neusten Opfer, die ihr Leben in einem Land verlieren, das von einem Drogenkrieg und einer hohen Korruptionsrate geprägt ist. Mexiko ist für JournalistInnen das dritt gefährlichste Land der Welt. Zwar bestehen staatliche Schutzmassnahmen, jedoch verfehlen sie oft ihre Wirkung.

Das dritt gefährlichste Land der Welt für JournalistInnen

Die drei JournalistInnen wurden ermordet, weil sie zu den Drogenkartellen und der damit zusammenhängenden Korruption recherchierten. Eine der JournalistInnen war Miroslava Breach Velducea, die gemäss einer hinterlassenen Notiz am Ort des Verbrechens zu Vorlaut war. JournalistInnen sind kriminellen Banden in Mexiko ein Dorn im Auge und letztere stecken oft mit der Polizei und den Behörden unter einer Decke, wie dies Amnesty International in ihrer Pressemitteilung zum Mordfall vermerkt. 

Reporter ohne Grenzen klassifiziert Mexiko in ihrer Jahresbilanz 2016 zur Pressefreiheit für JournalistInnen als das dritt gefährlichste Land der Welt. Der lateinamerikanische Staat liegt gleich hinter Syrien und Afghanistan. Seit dem Jahr 2000 wurden mehr als 103 Medienschaffende ermordet, darunter 11 Personen allein im Jahr 2016. Die Meinungsfreiheit ist stark beschränkt und dies macht es umso wichtiger, JournalistInnen zu schützen, damit sie ihre Arbeit fortsetzen können. Michel Forst, UNO- Sonderberichterstatter für den Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen war nach seinem Besuch in Mexiko im Januar 2017 ebenfalls alarmiert.

Die Schwächen der Schutzmassnahmen

Die Morde wurden von der internationalen Gemeinschaft und von den nationalen Organisationen, wie beispielsweise die Nationale Kommission für Menschenrechte (CNDH) oder der Espacio OSC (Organizaciones de la Sociedad Civil), scharf verurteilt. Mexiko setzt seit Juni 2012 mehrere Schutzmassnahmen für MenschenrechtsverteidigerInnen und JournalistInnen um, jedoch sind diese in den Augen zahlreicher NGO’s unbefriedigend. Die Organisationen wünschen sich mehr finanzielle und politische Unterstützung durch den Staat sowie einen grösseren Schutz der Meinungsfreiheit.

«Man tötet nicht die Wahrheit, indem man JournalistInnen tötet»

Die Medienfreiheit ist stark bedroht. Die Einstellung der regionalen Tageszeitung Norte, welche seit 27 Jahren aktiv war, ist ein klarer Beweis hierfür. Der Redaktionschef schrieb kürzlich die folgende Mitteilung: «Heute, liebe LeserInnen, informiere ich Sie, dass ich entschieden habe, die Zeitung einzustellen, weil unsere Sicherheit bei einer Weiterführung unserer Arbeit nicht mehr gewährleistet ist.»

Im Zeichen des Protests gegen die Tötung von Miroslava Breach Velducea haben sich mehrere JournalistInnen und BürgerInnen in verschiedenen Städten versammelt. Ihre Botschaft soll die Öffentlichkeit über diese gravierenden Probleme informieren: «Man tötet nicht die Wahrheit, indem man JournalistInnen tötet». Es müsse dringend ein Weg gefunden werden, damit mexikanische JournalistInnen ihre Arbeit ungehindert fortführen können. Reporter ohne Grenzen: Jahresbilanz 2016 der Pressefreiheit

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