Aller au contenu principal

Freiwillige des Monats: Katharina Gfeller

Freiwillige des Monats: Katharina Gfeller
ag

Anlässlich des 40-Jahre-Jubiläums von PBI 2021 würdigen wir die Arbeit aller Freiwilligen, die einen Einsatz geleistet haben und präsentieren jeden Monat eine/n Freiwillige/n. Diesen Monat präsentieren wir Katharina Gfeller, die 2005-2007 im Einsatz in Papua, Indonesien war.

Kurzbiografie

Katharina Gfeller studierte Geografie und Ethnologie in Bern und England. Anschliessend machte sie einen Einsatz mit PBI in Indonesien. Seit ihrer Rückkehr 2007 arbeitet sie bei Mission 21 in Basel, zuerst als Programmverantwortliche für Indonesien und seit September 2019 als Leiterin der Abteilung Internationale Beziehungen.

Was hat dich in deinem Einsatz am meisten geprägt?

Der Einsatz mit PBI hat mich beruflich und privat sehr bereichert und für immer geprägt. Es ist nicht selbstverständlich, in einem relativ friedlichen, freien und gerechten Land wie der Schweiz aufzuwachsen und zu leben.

Am meisten beeindruckt hat mich die grosse Herzlichkeit der Menschen in Papua, die Ausdauer und der Mut der einheimischen Bevölkerung sowie das tiefe Verlangen nach Gerechtigkeit.

Gibt es ein Erlebnis in deinem Einsatz, das du gerne mit uns teilen würdest?

Schon bei meinem Hinflug von Jakarta nach Papua hat sich ein Spitzel neben mich gesetzt und mich ausgefragt. Über die von PBI begleiteten Personen mitzuerleben, wie es ist, ständig bespitzelt, bedroht und im Alltag diskriminiert zu werden, war eine starke Erfahrung.

Einen Tag, den ich nie vergessen werde, ist der 16. März 2006. Während einer Demonstration forderten Studierende die Schliessung der Freeport Gold- und Kupfermine in Timika. Bei Zusammenstössen kamen fünf Sicherheitskräfte ums Leben. Diese Ereignisse führten zu einem Ausnahmezustand: StudentInnenwohnheime wurden beschädigt, die Studierenden mussten fliehen, die Polizei nahm über 20 junge Leute fest, es gab Strassensperren und Checkpoints. In dieser Zeit überwachte der Geheimdienst das Team von PBI noch intensiver als zuvor. Angst um mein Leben hatte ich aber nie, denn die Regierung wollte ja nicht internationale Aufmerksamkeit auf die Region lenken. In der Folge begleiteten wir als PBI-Freiwillige die Anwälte der Verhafteten. Die 23 Angeklagten, die von Misshandlung und Folterung berichteten, wurden zu zwischen drei und 15 Jahren Haft verurteilt. Später waren Gerüchte im Umlauf, dass die Demonstration vom Geheimdienst infiltriert und die Gewaltausbrüche provoziert worden waren.

"Am meisten beeindruckt hat mich die grosse Herzlichkeit der Menschen in Papua, die Ausdauer und der Mut der einheimischen Bevölkerung sowie das tiefe Verlangen nach Gerechtigkeit."

Was für einen Ratschlag würdest du zukünftigen Freiwilligen geben?

Seid offen, habt Geduld und hört gut zu!

Mehr Informationen: