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María Ninfa Cruz: „Wir Aktivistinnen und Aktivisten sind keine Verbrecher"

Die Menschenrechtsverteidigerin María Ninfa Cruz
zp

Als María Ninfa Cruz im März 2019 die Schweiz im Rahmen ihrer Europareise besuchte, berichtete sie von den Gefahren und der Stigmatisierung, mit welchen MenschenrechtsverteidigerInnen in Kolumbien zu kämpfen haben. Sie hob insbesondere das Schicksal der Aktivistin Alix Miriam Aguilar Marín hervor, welche aufgrund ihres Einsatzes für die Rechte der Kleinbauernfamilien im Osten Kolumbiens von den Behörden auf unbestimmte Zeit festgenommen wurde.  

Ninfa Cruz ist eines der Gründungs- und Vorstandsmitglieder der Corporación Social para la Asesoría y Capacitación Comunitaria (COS-PACC), welche in den Departementen Boyacá, Casanare, Cundinamarca und Tolima im Osten Kolumbiens aktiv ist. Ninfa Cruzs Kampf für die Menschenrechte begann Ende der 90er Jahre, als die Bewegung Asociación Departamental de Usuarios Campesinos de Casanare (ADUC) durch das kolumbianische Militär und paramilitärische Gruppierungen ausgelöscht wurde. Da das Risiko bestand, durch staatliche Hand umgebracht zu werden oder "zu verschwinden", sahen sich dutzende AktivistInnen gezwungen zu flüchten. Auch Ninfa Cruz musste hautnah erleben, was es heisst, sich in Kolumbien für die Menschenrechte einzusetzen; aufgrund von Bedrohungen gegen ihre persönliche Sicherheit musste sie bereits fünf Mal ihren Wohnort wechseln.

Der Fall der Aktivistin Alix Miriam Aguilar Marín

Allen Hindernissen und Gefahren zum Trotz setzt Ninfa Cruz ihren Kampf fort. Sie und ihre GefährtInnen engagieren sich für die Rechte der lokalen und ruralen Bevölkerung, insbesondere auch für die Rechte von Frauen, welche Angst haben, ihre Stimmen zu erheben. Als Menschenrechtsverteidigerin ist man aber ständig im Visier der Behörden. "Die Meinungsfreiheit ist im Departement Casanare das kritischste Menschenrecht", erklärt Ninfa Cruz. Besonders besorgt ist sie um ihre Mitstreiterin Alix Miriam Aguilar Marín, welche am 30. November 2018 festgenommen wurde. Die Menschenrechtsverteidigerin befindet sich seither in Haft, weil sie sich mit einer Gruppe von Aktivistinnen für menschenwürdige Unterkünfte, für das Recht auf Gesundheit sowie gegen die herrschende Zerstörung der Umwelt auflehnte. Da die Anhörungen vor Gericht verschoben wurden und Alix Miriam Aguilar eine achtjährige Tochter hat, um welche sie sich kümmern muss, ist dringendes Handeln gefordert, meint Ninfa Cruz: "Als Verteidigerin der Menschenrechte fordere ich rechtliche Garantien für alle Aktivisten, welche sich in Haft befinden. Wir Aktivisten sind keine Verbrecher. Daher fordere ich die unverzügliche Freilassung von allen MenschenrechtsverteidigerInnen".  

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