Direkt zum Inhalt

Besuch von Gacheke Gachihi aus Kenia

Besuch von Gacheke Gachihi aus Kenia

Vom 6. bis 10. April 2016 besuchte der kenianische Menschenrechtsverteidiger Gacheke Gachihi die Schweiz. Er berichtete von seinen Erfahrungen und Herausforderungen in seiner Arbeit, sprach mit VertreterInnen der UNO und des EDA und öffnete spannende Zukunftsperspektiven anlässlich eines Vortrags an der Mitgliederversammlung von PBI-Schweiz.

Vom Autowaschen zur Verteidigung der Menschenrechte

Gacheke Gachihi setzt sich seit über 15 Jahren in Kenia für die Menschenrechte ein. Angefangen hat alles, als er wegen ethnischen Unruhen von seinem Heimatsort nach Nairobi fliehen musste. Dort begann er im Mathare Slum - einem Elendsviertel, in dem rund eine halbe Million Menschen in sehr prekären Umständen leben - als Autowäscher seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei war er regelmässig Polizeigewalt ausgesetzt, weswegen er bald eine Menschenrechtsorganisation aufsuchte, um rechtlich gegen die erfahrene Unterdrückung anzukämpfen. Nachdem er an verschiedenen Demokratiebewegungen teilgenommen und sich für diverse Menschenrechtsgruppen eingesetzt hat, engagiert er sich zurzeit im Aufbau von basisorganisierten sozialen Bewegungen, insbesondere dem Bunge la Mwananchi (Parlament der BürgerInnen) und dem Mathare Social Justice Center (Zentrum für Soziale Gerechtigkeit in Mathare). Diese Bewegungen dokumentieren Polizeigewalt und aussergerichtliche Hinrichtungen, was nicht immer einfach ist, meint Gachihi: „Oftmals machen wir drei Schritte nach vorne und dann wieder zwei zurück.‟ Dies ist sehr oft durch den fehlenden Rückhalt von Behörden und Polizei bedingt.

Netzwerktreffen in Genf und Bern

Bei seinem Besuch in der Schweiz konnte Gachihi sein Netzwerk erweitern und über seine Arbeit berichten. In Genf tauschte sich Gachihi mit verschiedenen Vertretern des Hochkommissariats für Menschenrechte der UNO aus und besprach die Situation in Kenia bezüglich Hinrichtungen mit dem Sonderberichterstatter für aussergerichtliche und willkürliche Hinrichtungen. In Bern traf sich Gachihi mit der Verantwortlichen für die Arbeit von MRV in Subsahara-Afrika. Die Treffen wurden jeweils von PBI-Schweiz organisiert und begleitet.

„Dank PBI sind wir in Kenia nicht alleine‟

Nach der diesjährigen Generalversammlung von PBI-Schweiz berichtete Gachihi von seiner Arbeit, den Herausforderungen in seinem Heimatland und seinen Erfahrungen mit PBI. Er erzählte von einem befreundeten MRV, der willkürlich verhaftet und eingesperrt wurde und der dank PBI Zugang zu einem Anwalt bekam und auf Kaution freigelassen wurde. PBI begleitet Gachihi und weitere MRV in Kenia und hilft, die Hoffnung aufrecht zu erhalten: „Wir geben unser Bestes. Die Hoffnung auf eine Zukunft für Kenia und für die kenianische Jugend haben wir nicht verloren.‟


Radio-Interview

Weitere Informationen

Veranstaltung

07.03.16, 18:15, Polit-Forum Käfigturm, Marktgasse 67, 3003 Bern