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Video: Die zwei Gesichter des honduranischen Justizsystems

Kriminalisierung und Straffreiheit: Die zwei Seiten der honduranischen Justiz
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Video von PBI Honduras, Mai 2020, Spanisch, 03:00 Minuten

PBI beobachtet in Honduras mit Sorge, dass VerteidigerInnen von Umwelt, Land und Territorium immer stärker kriminalisiert werden und gleichzeitig Verbrechen gegen sie rechtlich kaum oder nur unvollständig verfolgt werden. Die Fälle der inhaftierten Aktivisten von Guapinol und des Mordes an Berta Cáceres zeigen diese zwei Gesichter des Justizsystems deutlich auf. 

Fall Guapinol

Acht UmweltschützerInnen warten seit Oktober 2019 in Untersuchungshaft auf ihren Prozess. Sie wehren sich insbesondere gegen die Eröffnung einer Mine im Nationalpark Carlos Escaleras. Ihnen wird schwere Brandstiftung und ungerechter Freiheitsentzug vorgeworfen, was einer Haftstrafe von neun bis achtzehn Jahren entspricht.

Sie stellten sich freiwillig und ihre Anwälte legten mehrfach Beweise ihrer Unschuld dar. Jegliche Beantragung zur Freilassung aus der Untersuchungshaft wurde aber zurückgewiesen. Nationale und internationale Organisationen sowie im März 2020 EU-Abgeordnete drückten bereits ihre Sorge bezüglich der verlängerten Untersuchungshaft aus und verlangten, dass die rechtliche Verfolgung von UmweltverteidigerInnen aufhören muss. Bisher ohne Erfolg. 

Fall Berta Cáceres

Die indigene Umweltaktivistin Berta Cáceres wurde 2016 ermordet. Die zwei Haupttäter, der ehemalige Geschäftsführer Sergio Rodríguez Orellana und der frühere Sicherheitschef Douglas Bustillo des Energiekonzerns DESA, wurden zu 30 Jahren Haft verurteilt. In Anbetracht der aktuellen Corona-Pandemie und damit verbundener angeblicher medizinischer Bedenken könnten sie jedoch womöglich schon bald wieder freigelassen werden.

Die vorlässige Freilassung wäre aber nur die Spitze des Eisbergs unverhältismässiger Ungleichbehandlung. Der Gefängnisaufenthalt der beiden verurteilten Mörder gestaltet sich ganz anders als jener der acht UmweltverteidigerInnen, die noch auf ihr Urteil warten. Die beiden Verurteilten dürfen Besuch empfangen und geniessen sogar Bewegungs- und Transportfreiheit.

PBI ist während der Corona-Krise weiterhin mit einem Team vor Ort, beobachtet die Menschenrechtslage, steht in regelmässigem Kontakt mit den begleiteten Organisationen und informiert in und ausserhalb des Landes über die Situation. 

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