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Kolumbien: 15 Jahre seit dem Massaker in San José de Apartadó

Massaker in Kolumbien - Eine Pilgerreise zum Ort des Geschehens
kb

Vor 15 Jahren ermorderte das kolumbianische Militär acht Personen der Friedensgemeinde San José de Apartadó. PBI war auf der Pilgerreise an die Orte des Geschehens mit dabei.

Am 21. Februar 2005 starben im Zuge militärischer Gewalt in San José de Apartadó zwei Familien, darunter der Anführer der Friedensgemeinde Luis Eduardo Guerra, seine Gefährtin und sein Sohn. 15 Jahre später, am 21. Februar 2020, organisierte die Friedensgemeinde eine Wanderung zu den geschichtsträchtigen Orten des Geschehens, namentlich zu den Weilern Mulatos und La Resbalosa, wo das Massaker geschah. Angehörige der Friedensgemeinde sowie VertreterInnen des diplomatischen Korps und PBI-Freiwillige nahmen daran teil.

Angst vor Vertreibung

Heute fürchtet die Gemeinde, dass ihnen ein Teil ihres Landes weggenommen wird, das vom Staat als Brachland eingestuft wurde. Es handelt sich um das Friedensdorf “Luis Eduardo Guerra”, welches zu Mulatos gehört. Dort haben Angehörige der Friedensgemeinde drei Monate nach dem Massaker Überreste der ermordeten Familie von Luis Eduardo Guerra gefunden. Um diesen zu Ehren errichteten sie eine kleine Kapelle. Mit der Zeit wurde dieser Ort zu einer heiligen Stätte, zu der die jährliche Pilgerreise hinführt und wo regelmässig Versammlungen stattfinden. Das Land der Friedensgemeinde ist zudem reich an natürlichen Ressourcen und weckt ökonomische Interessen von Firmen und Grossgrundbesitzern. Schilder mit Aufschriften wie «Nein zum Bergbau», «Saubere Luft» oder «Recht auf Wasser und Leben» prägten die Pilgerreise. In Angst vor erneuten Menschenrechtsverletzungen richtet sich die Friedensgemeinde deshalb an die internationale Gemeinschaft, erinnert an das Massaker und hofft, dass das Geschehene sich niemals wiederholt.

Gegen Waffen und Gewalt

Die Gemeinde positionierte sich 1997 als neutrale Partei im bewaffneten Konflikt zwischen den Guerillas, den Paramilitärs und den staatlichen Sicherheitskräften und lehnt seit jeher jeglichen Gebrauch von Waffen oder Gewalt ab. Dadurch ist sie immer wieder Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt und verzeichnete zwischen 1997 und 2017 320 Ermordungen an Mitglieder der Gemeinde. Obwohl sie vom kolumbianischen Staat mehrfach Schutz und Gerechtigkeit eingefordert hat, reagiert dieser nicht. PBI begleitet die Friedensgemeinde seit 1999.