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Kim-Mai Vu

Guatemala, Nov. 2013 - Nov. 2014 & Mai 2015 - August 2015
Kim-Mai Vu

Kim-Mai Vu (1987)

  • PBI-Advocacy-Koordinatorin in Genf, seit 2018
  • Praktikantin bei PBI 2010
  • Bachelor in Politikwissenschaften (Universität Lausanne)
  • Master in Studien zu Frieden, Konflikt und Entwicklung (Universität Jaume I in Castellón, Spanien)

Nach der Rückkehr aus Guatemala

Nach einem Jahr im Feldeinsatz mit PBI bin ich nun wieder in der Schweiz. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, um diese Erfahrung zu beschreiben. Wenn ich mich zurückerinnere, kommen auch die Emotionen wieder hoch. An prägenden Momenten hat es nicht gefehlt.

Das vergangene Jahr war für die MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV) in Guatemala sehr schwierig. Die Gewalt erreichte ein erschütterndes Ausmass: die Zahl der gewalttätigen Übergriffe, Zwangsvertreibungen, Fälle von Kriminalisierung, Bedrohungen und Einschüchterungen gegen MRV schnellte in die Höhe wie schon lange nicht mehr. Umso wichtiger ist die PBI-Präsenz.

In diesem Kontext hatte ich die Chance, mutige Frauen und Männer kennenzulernen, die jeden Tag ihre Energie in den Kampf gegen Ungerechtigkeit und die Verteidigung ihrer Rechte und die ihrer Gemeinschaft aufwenden. Diesen Personen zu begegnen und sich den realen Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, bewusst zu werden, war besonders eindrücklich. Ich empfinde ihnen gegenüber einen grossen Respekt.

Schöne Momente

Das Jahr mit PBI war sehr intensiv. Der Arbeitsrhythmus zehrte an den Kräften und die Umstände waren emotional oft schwer zu verarbeiten. Es war also nicht immer einfach. Trotzdem, wenn ich an meine Zeit in Guatemala zurückdenke, kommen mir auch viele schöne Momente in den Sinn: Momente, die ich mit den MRV geteilt habe oder die Besuche in indigenen Gemeinschaften, das Kennenlernen einer anderen Weltanschauung, die kontinuierlichen Lernprozesse oder auch das Leben in einem Team, mit Freiwilligen unterschiedlicher Herkunft. Ich bin sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte, an diesem Projekt teilzunehmen.

Mein Einsatz mit PBI stellt für mich eine grosse Bereicherung dar, sowohl auf persönlicher wie auch auf beruflicher Ebene. Es war eine wichtige Lebenserfahrung. Für die Zukunft hoffe ich, auf die eine oder ander Weise weiterhin die MRV, die ich in diesem Jahr vor Ort kennenlernen durfte, unterstützen zu können.


Vor der Abreise

Es ist eine Mischung aus Freude und Angst die mich begleitet, während ich mich auf den Einsatz mit PBI-Guatemala vorbereite.

Ich interessiere mich seit langer Zeit für die Menschenrechtsthematik und oft wurde ich von einem Gefühl der Ohnmacht heimgesucht wenn ich erfuhr, welchen Gefahren und Einschüchterungen die MenschenrechtsverteidigerInnen in Guatemala oder anderswo ausgesetzt sind. Die Arbeit der Schutzbegleitung von PBI scheint mir in diesem Zusammenhang unerlässlich, um die mutigen Menschen in den betroffenen Ländern zu unterstützen. Die Prinzipien der Gewaltfreiheit und Nicht-Einmischung haben mich dabei sofort überzeugt.

Schaue ich auf die Arbeit die PBI in Guatemala leistet, so bin ich mir bewusst, dass bestimmt nicht jeder Tag einfach werden wird. Jedoch bin ich auch überzeugt, dass ich an dieser Erfahrung wachsen werde und reifer zurückkehren kann. Besonders freue ich mich auf die Begegnungen mit den MenschenrechtsverteidigerInnen vor Ort. Ihr unerschütterliches Engagement für den Frieden und für die Menschenrechte verschafft Respekt und kann uns eine grosse Lektion in Bescheidenheit und Demut erteilen.

facing PEACE - September 2015
facing PEACE - September 2015

Prekäre Situation guatemaltekischer Menschenrechtsaktivistinnen. Kim-Mai Vu berichtet über die schwierige Situation für Frauen, die sich in Guatemala für die Menschenrechte stark machen. / Folgen eines Wasserkraftwerks für die indigenen Chortí. Lesly Ramirez, Projektverantwortliche beim Zentralverband der Chortí-Bauern Nuevo Día (CCCND), spricht über die negativen Folgen des Projekts El Orégano in einer trockenen und wasserarmen Gegend.

facing PEACE - Septembre 2015
facing PEACE - Septembre 2015

La situation des défenseuses guatémaltèques des droits humains reste une réalité largement ignorée. Regard d'une volontaire suisse sur les femmes guatémaltèques qu'elle a côtoyé et accompagné durant ses mois sur le terrain. / L'eau au cœur d'un conflit dans une région oubliée du Guatemala. Des communautés guatémaltèques en lutte contre un projet hydroélectrique qui risque d'étouffer une zone déjà sèche.

Une leçon d'humilité
Une leçon d'humilité
La volontaire vaudoise Kim-Mai Vu revient sur son engagement d'une année au Guatemala entre 2013 et 2014.