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Menschenrechtsverletzungen an der Grenze Mexikos

Border Mexico
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Die Organisation Uno de Siete Migrando ("Einer von sieben migriert", USM) prangert Menschenrechtsverletzungen sowie menschenrechtswidrige Asylverfahren an der mexikanischen Grenze an. Besonders besorgniserregend sei die Situation von Kindern und Jugendlichen in den Grenzstädten sowie die ungenügende Versorgung der MigrantInnen mit Informationen über das Asylverfahren.

Die Organisation USM unterstützt MigrantInnen und geflüchtete Personen im Bundesstaat Chihuahua im Norden Mexikos. Kürzlich hat USM die  Migrationszentren in den mexikanischen Grenzstädten Juárez, Janos und Chihuahua besucht. In diesen Migrationszentren werden Asylsuchende auf dem Weg in die USA vorübergehend festgehalten, bis ihr Asylantrag geprüft worden ist. Ausserdem sollten die MigrantInnen über ihre Rechte sowie das Asylverfahren informiert werden. USM kritisierte insbesondere die Situation von Minderjährigen in den Migrationszentren.  « Menschenrechtsverletzungen an Kindern und Jugendlichen stellen das grösste Problem dar: Sie dürften sich gar nicht erst in diesen Zentren befinden », erklärt Jorge Pérez Cobos, Direktor von USM.   

USM besorgt über neues Asylverfahren in den USA

Aufgrund der steigenden Anzahl lateinamerikanischer MigrantInnen hat die USA ihre Asylpolitik massiv verschärft. Bis vor kurzem wurden die MigrantInnen in den USA untergebracht, wärend ihr Asylantrag von den amerikansichen Behörden geprüft wurde. Neuerdings werden Asylsuchende jedoch für die Dauer der Bearbeitung ihres Asylantrags nach Mexiko zurückgeschickt. Diese neue Praxis verstösst gemäss internationalen Organisationen gegen das geltende Völkerrecht. Die mexikanischen Grenzstädte, in welchen die MigrantInnen monatelang ausharren müssen, gehören zu den gefährlichsten Orten des Landes. Die MigrantInnen finden sich in diesen Grenzorten ohne Arbeitserlaubnis und Unterkunft wieder und sind oft massiven Diskriminierungen ausgesetzt. « Die wartenden MigrantInnen erwartet in Mexiko ein Leben auf der Strasse », erklärt Pérez Cobos.

Asylanträge für Mexiko verunmöglicht aufgrund mangelnder Informationen

Die Migrationszentren in den mexikanischen Grenzstädten sind masslos überfüllt. Immer mehr Geflüchtete aus Lateinamerika wollen in Mexiko bleiben und dort Asyl beantragen. Oft werden die MigrantInnen in den Migrationszentren jedoch nur ungenügend über den Prozess des Asylverfahrens informiert. In Mexiko hat man 30 Werktage Zeit, um einen Asylantrag zu stellen. Wie Ana Luz Manzano, Koordinatorin der Rechtsabteilung von USM  erklärt, werden die MigrantInnen jedoch oft erst nach Ablauf dieser Frist darüber informiert, wie sie für einen Asylantrag vorzugehen haben. Dies sei verfassungswidrig. USM setzt sich für MigrantInnen ein, deren Frist für einen Asylantrag bereits abgelaufen ist.