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Kenia: Die informellen Siedlungen in Nairobi brauchen sauberes Wasser für den Kampf gegen Covid-19

Kenia: Die informellen Siedlungen in Nairobi brauchen sauberes Wasser für den Kampf gegen Covid-19
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In Nairobi, Kenia helfen die von PBI begleiteten MenschenrechtsverteidigerInnen dabei, mehr Menschen einen Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen.

Mitte März verzeichnete Kenia die ersten Fälle von Covid–19. Die Regierung hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Massnahmen der WHO, wie Händewaschen, Hygiene und körperliche Distanz, zu befolgen. Solche Massnahmen sind in den marginalisierten Vierteln von Nairobi nur schwer einzuhalten. Grund dafür ist die mangelnde Versorgung mit sauberem Wasser. Wie das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte berichtet, leben circa 60% der städtischen Bevölkerung in informellen Siedlungen. Ein Drittel davon gibt an, eine halbe Stunde oder länger von der nächsten Wasserentnahmestelle entfernt zu wohnen. Es gibt zu wenige Wasserstellen und viele Menschen sind auf überteuertes Wasser von WasserverkäuferInnen angewiesen.

Das zentrale Engagement an der Basis

Die Arbeit von MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV), die an der Basis arbeiten, ist aktuell zentral. Viele unter ihnen nutzen ihre Ressourcen zur Sicherstellung grundlegender Gesundheitsbedürfnisse, wie Wasser und sanitären Anlagen. Sie kaufen Hygienebehälter für Mitglieder der Gemeinschaft und priorisieren dabei Risikogruppen, wie Personen über 60 Jahre alt und Kranke. Der Druck auf die MRV und ihre Arbeitslast ist momentan enorm.

Die Aktivistinnen des PBI-Projekts Toolkit for WHRDs in Nairobi’s Urban Settlements fordern staatliche AkteurInnen dazu auf, einerseits die Bevölkerung ausreichend über das Virus und dessen Auswirkungen zu informieren und andererseits medizinische Versorgung sicherzustellen. Zudem informieren sie selbst die Menschen über das Virus sowie dessen Auswirkungen und sensibilisieren die Gemeinschaften für Massnahmen gegen Covid–19: Sie zeigen, wie man sich effektiv vor dem Virus schützen kann und erklären Erwachsenen wie auch Kindern, dass sie Abstand zu einander halten und sich häufig die Hände waschen sollen.

Ausgangssperre und die Arbeit von PBI

Ende März wurde aufgrund der aktuellen Situation eine Ausgangssperre in Kenia verhängt, die von der Polizei kontrolliert wird. Seit Beginn dieser Kontrollen wird auch von Übergriffen durch die Polizei berichtet, insbesondere in den informellen Siedlungen. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen ist die Arbeit von PBI nur eingeschränkt möglich. So konzentriert sich die Organisation derzeit auf Netzwerkarbeit und die Beobachtung der Menschenrechtssituation.

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