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Honduras: Internationaler Tag gegen Homo,- Trans- und Biphobie

LGBT
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Am heutigen 17. Mai würdigt PBI anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo,- Trans- und Biphobie die Arbeit der begleiteten LGBTIQ+ Organisation Arcoíris in Honduras, die sich seit 2013 für eine gerechte und friedliche Gesellschaft ohne Diskriminierung einsetzt. Trotz zahlreicher Errungenschaften der Organisation bleibt die Situation für LGBTIQ+ Personen in Honduras weiterhin gefährlich.

Arcoíris: Vom Kampf für eine gerechte Gesellschaft in einem Land der Straflosigkeit 

Fünf LGBTIQ+-Personen wurden seit Beginn dieses Jahres in Honduras ermordet, einem Land, in dem Straflosigkeit bei Diskriminierung und Angriffen auf Schwule, Lesben und Trans-Personen ein wiederkehrendes Phänomen sind. Die lokale Organisation Arcoíris, die seit 2015 von PBI Honduras begleitet wird, unterstützt LGBTIQ+ Menschen auf vielfältige Weisen, so z.B. im Rahmen von rechtlicher Beratung, bei der Organisation von Veranstaltungen oder der Lobbyarbeit für gerechte Gesetze. Die Schwierigkeit ihrer Arbeit sei hauptsächlich auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Angriffe oft von Angehörigen der Militärpolizei aus gehen und eine Anzeige gegen diese damit gleichkomme, sein Todesurteil zu unterschreiben - die Straflosigkeit im Land erreicht bis zu 90%. Die latente Gewalt und Vorurteile breiter Teile der Bevölkerung gegenüber LGBTIQ+- Personen verunmöglichen die Achtung der Menschenrechte jeder*s Einzelnen in Honduras. Die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Angriffe auf die LGBTIQ+-Community zu schärfen, sie sichtbar zu machen und zu bekämpfen, wird namentlich in "SOMOS" thematisiert, einem PBI-Dokumentarfilm unter der Regie von Manu Valcarce.

Runder Tisch zur Förderung des Dialogs und Aufklärung von Hassverbrechen 

2016 wurde die Initiative „La Mesa de Acceso a la Justicia LGBT“ ins Leben gerufen, ein Runder Tisch, der zum Ziel hat, einen Raum für den Dialog zwischen der LGBTIQ+-Gemeinschaft und den Justiz- und Sicherheitsakteur*innen im Land zu schaffen sowie den Zugang der LGBTIQ+-Gemeinschaft zum Justizsystem zu erleichtern und Hassverbrechen gegen sie aufzuklären. Auch zielt die Initiative darauf ab, die Kommunikation zwischen verschiedenen Organisationen, die die Rechte von Menschen mit sexueller Vielfalt verteidigen sowie Vertreter*innen nationaler Behörden und der internationalen Gemeinschaft zu verbessern, um gemeinsame Strategien zu entwickeln und so besser auf die Gewalt reagieren zu können. Der Runde Tisch hat so einen Durchbruch im Kampf für die Menschenrechte im Land ermöglicht, indem er einen Ort für die Förderung von öffentlichen Massnahmen zugunsten der Gleichberechtigung ermöglicht. Doch trotz der zahlreichen Errungenschaften des Runden Tisches wird die Arbeit der Initiant*innen weiterhin oft durch die hohe Straflosigkeit im Land behindert. Darum bleibt eine der Prioritäten des Runden Tisches, den Gründen für die mangelnden Untersuchungen der Straftaten Gegen die LGBTIQ+-Gemeinschaft nachzugehen.  

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