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Guatemala: Neuer Bericht über den Kampf um Land und natürliche Ressourcen in der Region Verapaces

Guatemala: Bericht "Defendemos la vida" über die sozialen Kämpfe um Zugang zu Land und Territorium
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Im Juni 2020 veröffentlichte PBI Guatemala den Bericht "Defendemos la vida", der auf den Kampf um Land, Territorium und Umwelt in der Region Verapaces aufmerksam macht. Durch die Corona-Pandemie verschärfen sich die Konflikte zwischen indigenen und Bauern-Gemeinschaften gegenüber der Regierung und privaten Unternehmen zusätzlich. 

Die Region Verapaces in Guatemala ist Schauplatz zahlreicher Konflikte um Land, Territorium und Umwelt. Staatliche und private Akteure zielen darauf ab, die natürlichen Ressourcen der Region für Megaprojekte in den Bereichen Wasserkraft, Bergbau und Monokultur zu nutzen. Die ansässigen indigenen und Bauern-Gemeinschaften lassen sie in ihren Plänen ausser Acht.

Unterdrückung des Widerstands und Straffreiheit

Indigene und Bauern-Gemeinschaften sowie MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV) erheben die Stimme und wehren sich friedlich gegen die Vorgehensweise der Unternehmen und Regierung, die ihre Lebensweise, Gesundheit sowie das wirtschaftliche Überleben bedroht. Die Antwort auf ihren Widerstand ist häufig sehr repressiv: Kriminalisierung, rechtliche Verfolgung und Drohungen stehen an der Tagesordnung. In den letzten Jahren sind MRV ungestraft ermordet, GemeindevorsteherInnen verhaftet sowie Dutzende von Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen von Gemeinschaften durchgeführt worden. PBI begleitet in der Region Verapaces vier Organisationen, darunter das Comité Campesino del Altiplano CCDA-Las Verapaces und die Unión Verapacense de Organizaciones Campesinas UVOC in ihrem Kampf für das Recht auf Land.

Verstärkte Spannungen durch Covid-19

Die guatemaltekische Regierung rief aufgrund der Corona-Pandemie den Notstand aus, was zu zahlreichen Freiheitseinschränkungen führte. Diese dauern aktuell noch an. Die indigenen und Bauern-Gemeinschaften spüren die Auswirkungen dieser Massnahmen deutlich: Sie haben nur eingeschränkten Zugang zum Markt, da öffentliche Verkehrsmittel fehlen und die eingeführte Sperrstunde die Bewegungsfreiheit zusätzlich reduziert. Menschenrechtsorganisationen kritisieren zudem die Tatsache, dass öffentliche und private Akteure die Krise und die damit verbundenen Einschränkungen ausnutzen, um Gemeinschaften aussergerichtlich von ihrem Land zu vertreiben.

In diesem angespannten Kontext verweist der Bericht "Defendemos la vida" auf die zentrale Rolle der lokalen Wirtschaft und speziell der bäuerlichen Familienbetriebe, denn diese liefern ungefähr 70% der in Guatemala konsumierten Nahrung. Deshalb fordern Organisationen, die sich für Menschen- und Landrechte einsetzen, zum Dialog auf und verlangen, dass das Land gerecht verteilt wird. Nur so können grundlegende Rechte garantiert werden. 

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