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Guatemala: Menschenrechtsverteidiger nach zwei Jahren Untersuchungshaft freigesprochen

Freispruch Abelino Chub Caal
zp

Der Menschenrechtsverteidiger Abelino Chub Caal wurde am 26. April 2019 von allen Anschuldigungen gegen ihn freigesprochen. Chub Caal befand sich zwei Jahre lang in Untersuchungshaft, obwohl es keine Beweise für seine mutmasslichen Taten gab.

Am 26. April 2019 hat PBI die letzte Anhörung des Menschenrechtsverteidigers Abelino Chub Caal von der Fundación Guillermo Turiello vor Gericht beobachtet. Der Aktivist wurde nach über zwei Jahren Untersuchungshaft von allen Anschuldigungen gegen ihn freigesprochen und sofort freigelassen. Abelino Chub Caal setzt sich für die Rechte der indigenen Q’eqchi Gemeinschaften in den Regionen Alta Verapaz und Izabal ein, welche von Grossgrundbesitzern, Wasserkraftwerken und Bergbauunternehmen von ihrem Land vertrieben wurden.

Ein typischer Fall von Kriminalisierung

Das Schicksal Chub Caals ist ein emblematischer Fall der herrschenden Kriminalisierung von MenschenrechtsverteidigerInnen in Guatemala. "Das Strafrecht darf nicht dazu gebraucht werden, Fälle der Verteidigung von Landrechten zu lösen", schreibt Victoria Tauli-Corpuz, UNO-Sonderberichterstatterin für die Rechte von indigenen Völkern, nach der Verkündigung der Urteils auf Twitter. Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte hält Staaten ausserdem dazu an, "das Recht nicht ungerechtfertigt dazu zu verwenden, MenschenrechtsverteidigerInnen zu kriminalisieren".    

Abelino Chub Caal erklärte nach der Bekanntgabe der Urteils, dass es ihm seit seiner Verhaftung wichtig gewesen war, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass er kein Verbrecher sei. Er rief ausserdem zur Freilassung aller kriminalisierten und unschuldig eingesperrten VerteidigerInnen von Landrechten auf.

Ein weiterer Menschenrechtsverteidiger, Eduardo Bin Poou, wurde in Izabal im Mai 2019 freigesprochen: