Irene Ramirez, Kolumbien 2009
Irene Ramirez, Kolumbien 2009

Radio RaBE: Interview mit Irene Ramirez

«Kopf der Woche» bei Radio RaBE, Beitrag vom 17. Mai 2010 (Beitrag ab ca. 09:00. )

Im Rahmen ihrer Netzwerk-Tour durch Europa war Irene Ramirez auch zu Besuch bei Radio RaBE. Im Gespräch erzählt sie von ihrer Arbeit, ihren Projekten und den Gefahren, denen sie täglich ausgesetzt ist.


«Für Land und Gerechtigkeit»: Die kolumbianische Bauernaktivistin Irene Ramirez ist zu Besuch in der Schweiz

Daten/Event: 12. Mai 2010, 19.00 im Politforum Käfigturm Bern (flyer)

Irene Ramirez der Bauernvereinigung ACVC (Asociación Campesina del Valle del Río Cimitarra) aus Kolumbien weilt vom 11. bis 13. Mai im Rahmen einer europäischen Advocacy-Tour in der Schweiz. Sie will einerseits die Rolle der Kleinbauern in einer nachhaltigen Entwicklungs-  perspektive ansprechen, andererseits auf die Bedrohung und Verfolgung von MenschenrechtsverteidigerInnen in ihrem Landaufmerksam machen. Am 12. Mai um 19.00h weilt sie in Bern und nimmt an einer Podiumsdiskussion im Politforum Käfigturm teil.

Das Recht auf Land und Rohstoffe

Die Asociación Campesina del Valle Cimitarra (ACVC) ist eine soziale Nichtregierungsorganisation die sich für die Rechte der im Cimitarra-Tal ansässigen Bauern und Bäuerinnen einsetzt. Verschiedene Gruppierungen, Komitees und Kooperativen haben sich unter ACVC vereinigt um sozialen und politischen Widerstand gegen die autoritären Behörden und das Militär zu leisten.

Die Aufgaben von ACVC sind unterschiedlich: Sie setzen sich für die Wahrung der Menschenrechte in der Region ein, verfolgen nachhaltige Landwirtschaftskonzepte um die Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten, versuchen die Abhängigkeit der Bauern vom Coca-Anbau zu schmälern, fördern durch alternative Projekte die Unabhängigkeit und Bildung der Frauen sowie allgemein die politische und soziale Mobilisierung und Organisation der Bevölkerung.

Drohung, Verhaftung, Folter

Seit ihrer Gründung 1996 leiden die Mitglieder von ACVC unter Drohungen, willkürlichen Verhaftungen, Umsiedlungen und Folter. Viele MitarbeiterInnen gehören zu den unzähligen Verschwundenen die der Konflikt in Kolumbien gefordert hat. Haftbefehle ohne juristische Grundlage, Verfolgung und Einschüchterungen sind für die MithelferInnen von ACVC schon fast zur Gewohnheit geworden. Einige Organisationen, darunter auch die ACVC,  werden von der Regierung beschuldigt, Handlanger der Guerilla zu sein und somit zum militärischen Ziel erklärt. Bisher kam es im Gebiet des Cimitarra-Flusses zu 16 Fällen von aussergerichtlichen Exekutionen, eine Praxis bei der  Mitglieder des Militärs oder der Polizei zivile Personen töten, meistens Bauern oder Indigene, um sie dann später der Öffentlichkeit als im Kampf getötete Guerilleros zu präsentieren.

PBI engagiert sich seit 15 Jahren in Kolumbien. Die Hauptstandorte sind Bogotà, Barrancabermeja/Magdalena Medio, Medellín/Antioquia und Urubá/Chocó.


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