Speaking Tour: Medienberichte, Fotos, Veranstaltungen
Im Jahr 2006 begann die guatemaltekische Firma Cementos Progreso mit dem Projekt „San Juan“, welches den Bau einer Zementfabrik und eines Steinbruchs in verschiedenen Gemeinden in San Juan Sacatepéquez beinhaltet. Die Schweizer Firma Holcim ist mit 20% daran beteiligt.
Da sie von offizieller Seite nicht konsultiert wurden, führten die betroffnen indigenen Gemeinden eine eigene Abstimmung durch. Das Resultat war überwältigend: 8946 Personen stimmten gegen den Bau der neuen Zementfabrik, 4 Personen stimmten dafür. Trotz der deutlichen Ablehnung des Projekts erteilte die Gemeinderegierung die Baubewilligung. Seither bleibt die Lage angespannt. Verschiedene Organisationen berichten seit Juni 2007 von massiver Polizei- und Militärpräsenz, Einschüchterungen und Übergriffen auf die Bevölkerung, Verhaftungen sowie Anklagen gegen Fabrikgegner. Knapp 20 GegnerInnen der Fabrik kamen unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben.
Aufgrund der wachsenden Bedrohungen wird der gewaltfreie Widerstand der Vereinigung Qamaló kí Aj Sanjuani (People of San Juan Unite) seit 2009 von Peace Brigades International (PBI) vor Ort begleitet. Ende Januar 2012 reisten zwei indigene Vertreter auf Einladung von PBI und dem Guatemalanetz Bern in die Schweiz. Sie trafen sich während zehn Tagen mit VertreterInnen aus der Zivilgesellschaft, der Bundesverwaltung, der UNO und den Medien, und machten im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen und einer In-House-Discussion mit der PA IV auf ihre Situation aufmerksam.
Obwohl sich die Schweiz dafür einsetzt, dass Privatunternehmen mehr Verantwortung für Menschenrechte und die Umwelt übernehmen, zeigt doch der Fall von Holcim in San Juan Sacatepéquez, dass die auf Freiwilligkeit basierenden Mechanismen keinen effektiven Schutz gewährleisten können. Die aktuelle Kampagne "Recht ohne Grenzen" fordert deshalb verbindliche Regeln, die Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards verpflichten.
Spanisch
swissinfo.ch, 01 de febrero de 2012
P.S. Zeitung, Februar 2012
Französisch
Le Courrier, Samedi 18 Février 2012
Fijate! Nachrichten. Informationen. Berichte zu Guatemala, Nr. 504, 22. Februar 2012
KOFF-Newsletter Nr. 105, 1. März 2012
vice-versa, 1/2012






Freitag, 27. Januar 2012, 19 -21 Uhr, Käfigturm, Marktgasse 67, 3003 Bern
Die Maya-Anwältin Carmela und der Indigenen-Leader Mauro aus der vom Bau der Zementfabrik betroffenen Gemeinde berichten von ihrem konfliktreichen Alltag, von ihren Strategien im Widerstand gegen die Zementindustrie und von ihren Erwartungen und Forderungen an die Schweiz. Als mögliche Antwort darauf wird in einem kurzen Input die Kampagne "Recht ohne Grenzen" vorgestellt, die den Menschenrechten und dem Schutz der Umwelt in Konfliktsituationen wie derjenigen in San Juan Sacatepéquez, Guatemala, ein stärkeres Gewicht zu verleihen sucht.
Samstag, 28. Januar 2012, 16h30 - 18h00, AKI, Alpeneggstr. 5, 3012 Bern
Nach dem Info-Nachmittag von Peace Brigades International (PBI) und Peace Watch Switzerland (PWS) zu Einsätzen in Kolumbien, Mexiko, Guatemala, Nepal und Palästina/Israel (13h30 - 16h30), findet ein Austausch mit der Maya-Anwältin Carmela und dem Indigenen-Leader Mauro aus San Juan Sacatepéquez, Guatemala, statt. Die beiden berichten vom anhaltenden Konflikt ihrer Gemeinde mit der Zementindustrie. Gemeinsam werden Chancen und Grenzen der internationalen Schutzbegleitung in solch konfliktreichen Kontexten reflektiert.
Freitag, 3. Februar 2012, 19 Uhr im h50, Hirschengraben, Zürich
Die Anwältin Carmela und Mauro, ein Volksvertreter dieser Gemeinden im Widerstand, berichten uns über diese Konfliktsituation. Die Auseinandersetzungen um das Zementwerk haben für uns eine besondere Brisanz, weil das Unternehmen Holcim mit Hauptsitz in der Schweiz daran beteiligt ist.
25.08.2012
Info-Nachmittag PBI/PWS in Bern
08.09.2012
Info-Nachmittag PBI/PWS in Zürich
29.09.2012 - 30.09.2012
Training Schweiz - der erste Schritt ins PBI-Team
Bischof Medardo Gómez