Taxifahrer in Katmandu

Sexuelle Randgruppen

In vielen Gesellschaften der Welt wird Homo-, Bi- und Transsexualität immer noch als ein Vergehen oder eine Krankheit – als ein abnormales, im besten Fall vorübergehendes Phänomen – angesehen. Sexuelle Randgruppen werden auch in den PBI-Projektländern häufig verfolgt und nicht selten misshandelt oder gar umgebracht. Die Repression wird von Regierung und einzelnen Individuen oft im Namen der öffentlichen Gesundheit, Religion und zur Verhinderung des Sittenzerfalls leidenschaftlich verteidigt. Die Verantwortlichen fördern mit ihrer Hetzjagd auf «Andersartige» ein Klima der Marginalisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen sogenannten LGBTs (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender). PBI setzt sich insbesondere in Guatemala und Nepal für die Anliegen und den Schutz von LGBT-AktivistInnen ein.

Regelmässiger Austausch mit Nepals Blue Diamond Society

In der vom Patriarchat geprägten nepalesischen Gesellschaft haben LGBTs kein einfaches Los. In den letzten sechs Jahren wurden in Nepal etliche Fälle von Verhaftungen, Vergewaltigungen und Zusammenschlagen von Lesben, Schwulen und Metis (Männer, die sich gerne wie Frauen kleiden) dokumentiert. So drückt Human Rights Watch in einem Brief an die nepalesische Regierung ihre Besorgnis über die in der Gesellschaft verankerte «anti-Schwulen-Rhetorik und die Bereitschaft zur Gewaltanwendung gegenüber Menschen, die ihre sexuelle Freiheit ausleben» aus. Die Menschenrechtsorganisation weiss von einem Vorfall vom 2. März 2007 zu berichten: Maoisten nehmen ein sechzehnjähriges Mädchen und eine zwanzigjährige Frau fest wegen des Verdachts auf ein sexuelles Verhältnis zwischen den beiden. Trotz Einschüchterungen und Marginalisierung können LGBT-AktivistInnen aber immer wieder kleine Erfolge verzeichnen. So hat das Oberste Gericht von Nepal im Dezember 2007 ein Gesetz, das «unnatürlichen Sex» verbietet, aufgehoben. Im gleichen Zug anerkannte das Gericht die Existenz von Menschen des sogenannt «dritten Geschlechts» und sprach ihnen die gleichen Rechten wie allen anderen Nepali zu.

Seit Aufnahme des Nepal-Projekts im 2005 ist PBI im Gespräch mit der einzigen nepalesischen NGO, die zu LGBT-Rechten arbeitet, der Blue Diamond Society BDS. Zusammen diskutieren sie die Perspektiven einer Organisation mit einem derart provozierenden Fokusthema. Bei diesem Austausch kommen auch die Drohungen, denen die MitarbeiterInnen der BDS aufgrund ihres Engagements für sexuelle Minderheiten in Nepal ausgesetzt sind, zur Sprache.

Das PBI-Team traf sich am 3. April 2008 – kurz nach den Wahlen der verfassungsgebenden Versammlung – mit Sunil Babu Pant, dem Präsidenten der BDS, der selbst auch an der Wahl teilgenommen hatte. PBI gratulierte ihm zu seiner Wahl in das angesehene Gremium und befragte ihn zur Zukunft der BDS nach den Wahlen. Interview mit Sunil Babu Pant (engl.) (Namaste May 08)

LGBT in andern Ländern und Projekten


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«Hoffnung kann nur gedeihen, wo Solidarität herrscht. Es ist viel leichter, sich für etwas einzusetzen, wenn du jemanden bei dir hast, der dich beschützt.»

Bischof Medardo Gómez

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