Emilio Santiago Ambrosio und seine Frau Martha gehören zu den aktiven Gemeindemitgliedern von San Antonio Castillo Velasco. Sie organisieren im «Casa del Pueblo» regelmässig kulturelle Veranstaltungen für die lokale Bevölkerung ihrer kleinen südmexikanischen Gemeinde in Oaxaca. Vor einigen Jahren entschieden sie sich, eine Radiostation einzurichten.
Anfang 2001 kauften sie mit Unterstützung des Bürgermeisters eine professionelle technische Ausrüstung und so erblickte Radio Calenda am 15. September 2001 das Licht der Welt. Heute zählt es 21 Mitarbeitende, die den rund 5'000 EinwohnerInnen von San Antonio täglich ein vielseitiges Programm anbieten:
Radio Calenda versteht sich als volksnahes, nicht gewinnorientiertes Lokalradio, das die Beteiligung der Gemeinde und ihr politisches Bewusstsein fördert.
Die Basisradios werden mit politischen, finanziellen und rechtlichen Problemen konfrontiert.
Mehrere hundert Radios strahlen ihre Programme aus, doch nur gerade zwölf, seit 2005 auch Radio Calenda, besitzen eine Rundfunklizenz. Die unabhängigen, lokalen Medien haben zwar in den letzten Jahren stark an Einfluss und Anerkennung beim Volk gewonnen, doch infolgedessen nahmen auch die Repressionen seitens der Regierung zu.
Für mexikanische Basisradios ist es sehr schwierig, eine Sendeerlaubnis zu erhalten.
Die Prozedur dauert lange und kostet viel. Basisradios können sich nicht wie kommerzielle Radios durch den Verkauf von Werbefläche finanzieren. Glücklicherweise ist Radio Calenda Mitglied des Weltverbandes der Basisradios AMARC (Asociación Mundial de Radios Comunitarias), der ihnen rechtliche, administrative und finanzielle Unterstützung bietet.
Die Basisradios stärken den Zusammenhalt einer Gemeinde und sind ein Sprachrohr der Lokalbevölkerung.
Alle können sich beteiligen. Wie Emilio sagt, sind die Basisradios heute notwendiger denn je: «Sie sind ein Sicherheitsventil und bleiben gleichzeitig einer der letzten Kommunikationskanäle der Bevölkerung, in denen sie ihre Unzufriedenheit, ihre Ideen und Erwartungen ausdrücken können.»
In Mexiko und speziell im südlichen Bundesstaat Oaxaca sind JournalistInnen regelmässig schweren Repressionen ausgesetzt. Im 2005 und 2006 erreichte Mexiko den traurigen Rekord, nach Irak das Land mit der höchsten Mordrate an JournalistInnen zu sein. Diese Gewaltverbrechen bleiben meist straffrei.
PBI hat Radio Calenda auf Anfrage des Weltverbands der Basisradios während den Wahlen der Kongressabgeordneten von Oaxaca und den Gemeindewahlen begleitet.
Sendezeit für das mexikanische Volk - Radio Calenda bedroht (pdf)
07.02.2012
Treffen der Regionalgruppe Luzern
17.03.2012 - 18.03.2012
Training Schweiz - der erste Schritt ins PBI-Team
Margaret Sekaggya, UNO-Sonderberichterstatterin für Menschenrechts-VerteidigerInnen