Folter durch Angehörige der Polizei ist ein alltägliches Problem in Indonesien. Als am 7. Dezember 2000 SeparatistenInnen zwei Polizisten in Abepura (Papua) töteten, holte diese zum Gegenschlag aus, welcher sich in brutaler und diskriminierender Weise gegen Angehörige derselben Ethnie richtete. Zwei Personen kamen durch Schläge zu Tode, eine weitere wurde erschossen. Rund 100 Personen wurden verhaftet und gefoltert, dies alles ohne jeglichen Beweis für eine Beziehung zu den Separatisten.
Der Prozess gegen zwei Polizeioffiziere mit Führungsverantwortung bei den Übergriffen begann mit langer Verzögerung im Mai 2005 und führte in beiden Fällen zum Freispruch. 23 weitere Verdächtige wurden nie strafrechtlich verfolgt.
Bereits bei den Voruntersuchungen 2001 wurden ZeugInnen eingeschüchtert. Aus diesem Grund wurde PBI von der Menschenrechtsorganisation PBHI um Begleitschutz angefragt. Die Präsenz von PBI half den AnwältInnen, sich bei ihrer Arbeit sicherer zu fühlen und bot moralische Unterstützung für die Opfer.
PBHI arbeitet seit 1996 für den Schutz und die Verbreitung der Menschenrechte in Indonesien. Sie bietet Rechtshilfe und Verteidigung für Opfer von Menschenrechtsverletzungen an und sensibilisieren die Öffentlichkeit durch Workshops und Seminare für die Thematik. Den Hauptsitz hat PBHI in Jakarta, der Fokus ist jedoch seit einigen Jahren auf Papua gerichtet, wo eine aktive Verfolung von MenschenrechtsaktivistInnen stattfindet.
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