Demonstration in Guatemala, 2001

Sexuelle Randgruppen

In vielen Gesellschaften der Welt wird Homo-, Bi- und Transsexualität immer noch als ein Vergehen oder eine Krankheit – als ein abnormales, im besten Fall vorübergehendes Phänomen – angesehen. Sexuelle Randgruppen werden auch in den PBI-Projektländern oftmals verfolgt und nicht selten misshandelt oder gar umgebracht. Die Repression wird von Regierung und einzelnen Individuen oftmals im Namen der öffentlichen Gesundheit, Religion und zur Verhinderung des Sittenzerfalls leidenschaftlich verteidigt. Die Verantwortlichen fördern mit ihrer Hetzjagd auf «Andersartige» ein Klima der Marginalisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen, sogenannten LGBTs (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender). PBI setzt sich insbesondere in Guatemala und Nepal für die Anliegen und den Schutz von LGBT-AktivistInnen ein.

Guatemala: Land des ewigen Frühlings …und der ewigen Diskriminierung

Homosexuelle, Bisexuelle und Transsexuelle sind in Guatemala immer wieder Angriffen und Bedrohungen ausgesetzt. Laut Zeugenaussagen sind an solchen Taten oft auch Polizisten beteiligt, was Anlass zu Befürchtungen gibt, dass es sich um «Säuberungsaktionen» handelt. So wurde die als Prostituierte arbeitende Transsexuelle Zulma am 17. Dezember 2005 zusammen mit ihrer Arbeitskollegin Paulina von Männern in Polizeiuniform angeschossen. Paulina erlag den Verletzungen noch am Tatort. Zulma befand sich lange Zeit in kritischem Zustand, überlebte aber den Angriff. Als Zeugin der Ermordung identifizierte sie die vermeintlichen Täter als Beamte der Nationalen Zivilpolizei (PNC).

Schon lange vor dieser Tat – nämlich seit 1999 – engagierte sich Zulma ehrenamtlich für OASIS, eine Organisation, die in der Aids-Prävention tätig ist und sich gleichzeitig für LGBT-Rechte einsetzt. Laut OASIS ist dieser tragische Vorfall kein Einzelfall, 2006 zählt die Hilfsorganisation allein in Guatemala City mindestens sieben Morde an transsexuellen Prostituierten. Regelmässig kommt es zu Drohungen von Polizisten gegenüber OASIS-Mitgliedern, mit dem Ziel, deren Engagement für die Rechte von sexuellen Minderheiten zum Scheitern zu bringen. Trotz aller Einschüchterung zeigte OASIS den Mord an Paulina bei der Staatsanwaltschaft an. Wegen der geringen Fortschritte bei den guatemaltekischen Gerichten möchte OASIS den Fall vor die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) bringen.

Nach der Zeugenaussage von Zulma veranlasste die CIDH Schutzmassnahmen für sie und die Organisation. Nichtsdestotrotz werden Mitglieder von OASIS weiterhin belästigt und bedroht. Aufgrund der anhaltenden Drohungen besucht PBI seit März 2006 regelmässig das Büro von OASIS und begleitet insbesondere Zulma und Jorge López, leitender Angestellter von OASIS. «In diesem Land gibt es lesbische Frauen, schwule Männer, Transvestiten, Transsexuelle, Bisexuelle und Asexuelle, ebenso gibt es Sex-ArbeiterInnen. All diese Menschen werden von einem Grossteil der Restbevölkerung als abnormal oder unmoralisch abgetan». Guatemala – das Land des ewigen Frühlings ist laut Jorge López auch ein Land der ewigen Diskriminierung.

LGBT in anderen Ländern und Projekten

Nepals Blue Diamond Society


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Bischof Medardo Gómez

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