Ein riesiges Zementprojekt bedroht die DorfbewohnerInnen um San Juan Sacatepéquez. Die überwiegend zu den Maya gehörenden Einheimischen leben von der Bewirtschaftung der Wälder und des Bodens. Jetzt protestieren sie gegen das Megaprojekt, das ihre Existenzgrundlagen zu zerstören droht. Durch ihren Protest sind sie jedoch schlimmen Drohungen und Einschüchterungen ausgesetzt. Daher sind sie dringend auf die Begleitung von Peace Brigades International angewiesen.
Im Jahr 2006 rief die guatemaltekische Firma Cementos Progreso S.A. das «Projekt San Juan» in der Region San Juan Sacatepéquez ins Leben. Die Schweizer Firma Holcim ist mit 20% an der Firma beteiligt. Auf 2000 Hektaren Gemeindeland sollen verschiedene Teilprojekte realisiert werden. Geplant ist der Abbau von Kalkstein und der Bau zweier Zementmühlen, einer Produktionsanlage für das Baumaterial Klinker und einer Erschliessungsstrasse.
Die EinwohnerInnen sind jedoch mit den Bauvorhaben auf ihrem Gemeindeland nicht einverstanden. Sie wurden weder offiziell darüber informiert noch dazu befragt. Das Megaprojekt bedroht die Umwelt und damit die Existenzgrundlage der Einheimischen. Sie sind entschlossen, den Wald und ihre Pflanzungen zu schützen und haben sich in der Vereinigung Qamoló kí Aj Sanjuani zum Widerstand zusammengeschlossen.
Mit ihrem Einsatz setzen sie sich grossen Gefahren aus; es ist wiederholt zu Menschenrechtsverletzungen gekommen. Zum Beispiel tauchten an einer Gemeindeversammlung im Juni 2010 mutmassliche Mitarbeiter der Cemento Progreso S.A. auf und attackierten und verletzten mehrere Personen, feuerten Schüsse ab und drohten mit weiteren Angriffen.
Das Megaprojekt schreitet weiter voran. Internationale Konventionen zum Schutz der Indigenen, die Guatemala ratifiziert hat, werden nicht eingehalten. Trotz der extrem angespannten Lage und massiven Bedrohungen führen die Einheimischen den gewaltfreien Kampf für ihr Land und ihre Rechte weiter. Die Begleitung von PBI ist ihr einziger Schutz.
04.02.2012
Info-Nachmittag PBI/PWS in Zürich
07.02.2012
Treffen der Regionalgruppe Luzern
Manorani Saravanamuttu, Mutter eines Ermordeten