Indira Ghale und Laxmi Devi Khadka aus Nepal
Vom 7. bis am 13. November 2009 besuchen Indira Ghale, Menschenrechtsaktivistin der Organisation Protection Desk Nepal (PDN) und Laxmi Devi Khadka des Conflict Victims’ Committee (CVC) die Schweiz. Beide Organisationen werden in Nepal von Peace Brigades International begleitet. Indira und Laxmi beschreiben ihre Arbeit im Bereich der Frauen- und Gleichstellungsbewegungen im Kontext der Friedensbildung.
Video: 7 Minuten; Englisch/detsche Untertitel
Interview: Aline Scherz; Kamera und Schnitt: Stéphanie Giauque
© PBI Schweiz 2009
Indira Ghale engagiert sich seit 13 Jahren für die Rechte der Frauen und der Dalit. 20% der nepalesischen Bevölkerung gehören dieser Kaste der Unberührbaren an und haben im Vergleich zu Angehörigen anderer Kasten kaum soziale Rechte. Indira Ghale ist als Dalit und Frau seit ihrer Geburt stark eingeschränkt. 75% der Frauen in Nepal haben keine Ausbildung und über 60% werden Opfer häuslicher Gewalt. Dank eines Stipendiums konnte Indira Ghale trotz ihres sehr schwierigen sozialen Status in Kathmandu studieren. In dieser Zeit begann sie sich für die Rechte der Frauen und der Dalit zu interessieren. Nachdem sie 15 Jahre als Lehrerin in ihrer Herkunftsregion gearbeitet hatte, beschloss sie, sich in Zukunft ausschliesslich dem Kampf für die Rechte der Frauen und der Dalit zu widmen. Während fast zehn Jahren arbeitete Indira Ghale für die Feminist Dalit Organisation und als Journalistin. Heute engagiert sie sich als professionelle Trainerin bei der Organisation Protection Desk Nepal. Im Rahmen dieser Aufgabe reist sie regelmässig in abgelegene Regionen des Landes, um MenschenrechtsverteidigerInnen in Sicherheits- und Schutzfragen aus- und weiterzubilden.
Laxmi Devi Khadka lebt etwas ausserhalb der Stadt Gulariya im Mittleren Westen Nepals. Am 13. März 2004 wurde Laxmis Ehemann Dil von zwei Unbekannten zu Hause besucht. Sie nahmen ihn mit, unter dem Vorwand, mit ihm ein Geschäft regeln zu müssen. Dil kehrte nie nach Hause zurück und Laxmi hat ihn bis heute nicht wieder gesehen, obwohl sie ihn seit seiner Entführung aktiv sucht und darum kämpft, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Ihre eigenen Erlebnisse haben sie zum Conflict Victims’ Committee geführt, das sich für die Opfer des Bürgerkrieges in Nepal einsetzt. Seit 2004 setzt sich Laxmi für die Rechte der über 200 Opfer im CVC ein und kämpft für die Aufarbeitung der vielen Fälle von verschwundenen Personen. Auf Grund ihres Einsatzes sind sie und ihre Familie immer wieder massiven Drohungen ausgesetzt.
PBI engagiert sich seit 2006 in Nepal. Zum Hauptstandort in Kathmandu ist im Sommer 2006 ein zweites Büro in Gulariya, der Hauptstadt des Bezirks Bardiya im nepalesischen Flachland, dem Terai hinzugekommen. Mehr zum Engagementvon PBI in Nepal
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